Abschied & Wiedergeburt
Abschied & Wiedergeburt
Der LebensGarten wächst seit vielen Jahren. 2023 erlebte er einen Aufbruch nach außen — eine Phase voller Wunder und voller Wunden. Jetzt, im März 2026, wird diese Phase begraben und der LebensGarten neu geboren. Das ist seine Geschichte.
Der Anfang
Auf meinem Weg der Bewusstseinsentfaltung habe ich erlebt, wie ein Mensch, der heiler, ganzer und reifer wird, aus ausweglosen Situationen Fruchtbares schaffen kann. Ich landete selbst in der Armut, nachdem ich meine Konzentration nur noch auf die innere Entwicklung gesetzt hatte. Ich wollte da hin, wo nichts mehr Bestand hatte. Das war kein schöner Ort, aber dort war ein gut gedüngter Boden. Ich sammelte die letzten heilen Samen ein — und es wuchs eine starke Pflanze, dann ein Garten, dann ein innerer Wald: der LebensGarten.
Aus der Ausweglosigkeit kam die Klarheit, genau das zu erschaffen — den eigenen LebensGarten, im Inneren wie im Außen, Hand in Hand. Das war lange vor 2023.
Der Aufbruch 2023
Auf einmal machte es plopp und es fanden sich Menschen zusammen, die unseren Garten mit aufgebaut haben. Das war eine besondere Zeit des Aufbruchs. Wir erforschten, wie man Bewusstseinsentwicklung in anderen Menschen fördert und wie gemeinsames Zusammenleben und -arbeiten gelingen kann. Aus dieser Zeit ist eine Freundschaft und Kollegenschaft zu Marsa entstanden, der mittlerweile unsere Produktion bei Two Hands BIO führt.
Wir haben gegärtnert, Kampfsport trainiert, musiziert, in Metall und Holz gearbeitet, unsere eigene Körperpflege und Nahrung hergestellt, Gespräche für Erkenntnis und Entfaltung geführt, Meditation und Atemtechniken praktiziert, gebaut und konstruiert, diskutiert — und ein Waldgrundstück im Deister renaturiert.
Was dabei entstand? Ein FeuerKreis aus Baumstämmen. Ein Outdoor-Bad mit Dusche und Kompostklo. Eine Werkstatt mit Schweißgerät, Nähmaschine, Stichsäge. Ein FreeHome-Shelter. Ein Gästezimmer. Die Wand des Lebens. Pilzstämme, Brennnessel-Jauche, neue Wege. Und mittendrin: Wanderungen mit Übernachtung im Wald, gemeinsames Kochen, Musik.
Was ich gegeben habe? Schutz. Freundschaft, Bruderschaft, Vaterschaft. Eine Gemeinschaft, die stärkt und hält. Werkzeuge zur Selbstwirksamkeit. Unterkunft. Körperliche Kraft durch Kampfsport und Atem. Nahrung aus eigenem Anbau. Fertigkeiten für ein selbstbestimmtes Leben — im Garten, Handwerk, Haushalt, Unternehmen. Ehrliche Konfrontation mit dem, was im Weg stand. Hoffnung. Und alles, was ich bin: Humor, Nähe, Abenteuerlust, Zorn, Stärke, Traurigkeit.
Und was kam zurück? Eine unheimliche Dichte an Wundern: gewachsener Mut beim Kampfsport, die leckersten Tomaten, Erdbeeren und Trauben meines Lebens aus unserem Garten, Schutz für Unschuldige, Gesundheit nach Jahren des Kampfes, neu gewonnene Freude an der Arbeit, künstlerische Durchbrüche und einiges mehr.
Was ich gelernt habe
Ich habe gelernt, dass ich niemandem seinen aufrichtigen Weg abnehmen kann. Ich habe es versucht — nicht einmal, monatelang. Es ist viel Gutes entstanden, aber die Lasten konnte ich nicht auf Dauer übernehmen. Stark wird man ohne Krücken. Eine Krücke darf ich nicht sein, egal wie sehr ich mir die Entwicklung für jemanden wünsche.
Und gleichzeitig haben die Wegbegleiter in mir das Beste hervorgeholt. Ich habe mich so schnell wie möglich mitentwickelt, um allen Aufgaben ihres Entwicklungsweges gerecht zu werden. Dafür bin ich aufrichtig dankbar.
Die Wende
Wir waren für die Menschen da, die diesen Weg mitgehen wollten — so sehr, dass wir auch den Hass ihrer problematischen Beziehungen abbekommen haben. Ende 2023 haben wir Drohungen und verbale Angriffe erlebt, was ich bis heute kaum glauben kann.
Ich habe gesehen, dass dieser Weg stagniert, wenn ich und der engste Kreis uns nicht auf die KernArbeit konzentrieren. Von dem offenen Weg wurde die Konzentration auf den engsten Bund — Familie und enge Freunde. Das hat gut getan und viele Tore wieder geöffnet.
Wir haben zweieinhalb Jahre gewartet, ob sich der VDL von alleine wieder nach außen bewegt. Es ist mit dem bestehenden VDL nicht geschehen. Doch jetzt gibt es eine neue Transformation und damit eine Wiedergeburt. Der LebensGarten ist wie die Natur selbst — dynamisch und voller Lebendigkeit. Steter Wandel. Manchmal auch ein Erdbeben.
Was bleibt
Der befriedete Wald wird weiter geschützt. Der Garten bietet frische Kräuter, Obst, Beeren und Gemüse für Familie und Freunde — und viel Raum für Wildtiere, Vögel und Insekten. Leon wandert stetig seinen aufrichtigen Weg. Die Familie Ahlers ist stärker denn je. Die Freundschaften sind seltener geworden, aber echter. Musik und Kunst leben überall zwischendrin. Wir haben uns weiterentwickelt, wir haben neue Möglichkeiten, neue Ressourcen. Ich freue mich auf das, was kommt.
Formen vergehen, Werte nicht. Diese haben sich durch alle Phasen bewährt — sie sind der Samen im Kompost:
Freiheit. Gerechtigkeit. Verbundenheit. Weisheit. Entfaltungsförderung. Schutz. Selbstbestimmtheit. Achtung und Förderung des Lebens. Forscher- und MacherGeist.
Der Abschied
Du hast mein Bestes verlangt und es bekommen. Dafür danke ich Dir, denn nur ein Weg, der alles von einem fordert, führt auch zu einem lohnenswerten Ziel. Der Weg mit Dir war die pure Intensität und Vielfalt. Entlang der Glückseligkeit bis hin zur Paranoia hat er uns geführt. Ich bin mit Wunden herausgegangen, aber auch sie heilten und wurden in mir zu Kraft und Klarsicht. Das war ein Geschenk.
Ich danke dem Alten, geh. Ich freue mich aufs Neue, komm.
Leon Ahlers, März 2026