Wie alt sind unsere Rohstoffe wirklich?
Seit wann salben sich Menschen mit Sheabutter, Rizinusöl oder Lavendel? Wir haben 98 Rohstoffe bis zur ältesten Originalquelle zurückverfolgt — mit allen Belegen.
Über unserer Urkosmetik steht ein Satz: „Natur seit Jahrhunderten bewährt.“ Irgendwann wollte ich wissen, ob das stimmt — und zwar nicht ungefähr, sondern genau. Im Netz liest man zu vielen Pflegestoffen „seit Jahrtausenden“, gern mit Kleopatra, den Pharaonen oder den Römern. Also haben wir nachgesehen: Für 98 Rohstoffe aus unseren Produkten haben wir die älteste Quelle gesucht, die eine Anwendung am Körper wirklich belegt — und sie, wo immer es ging, selbst gelesen, im Original oder in der wissenschaftlichen Ausgabe.
Das Ergebnis ist nüchterner, als ich dachte — und spannender. Manches ist älter als erwartet, manches viel jünger. Und manche Geschichte, die überall steht, ist nicht belegt, manche sogar unmöglich. Hier ist alles — mit allen Quellen.
So haben wir gezählt
Gezählt hat nur ein Beleg, der drei Bedingungen erfüllt: Er ist datierbar, er steht in einer prüfbaren Quelle, und er beschreibt eine Anwendung am lebenden Menschen — auf Haut und Haar, im Mund oder als äußerliches Mittel.
Nicht gezählt haben wir Essen und Trinken, Lampenöl, Räucherwerk ohne Hautkontakt, Grabbeigaben und alles, was an Verstorbenen geschah. Auch bloße Funde zählen nicht: Eine verkohlte Nussschale im Boden zeigt, dass es die Pflanze dort gab — nicht, wofür man sie verwendet hat.
Dabei sind wir immer wieder auf drei Fallen gestoßen, in die auch viele Rohstoff-Geschichten im Netz laufen:
- Die Zitierkette. Ein Blog zitiert einen anderen, der ein Buch, das eine Zeitschrift — und am Ende steht keine Quelle, sondern ein Gerücht. „Kleopatra und die Sheabutter“ ist so eine Kette.
- Die falsche Pflanze. Ein antiker Pflanzenname meint oft etwas anderes als die Art, die wir heute verwenden. Die „Orange“ der Antike ist die Zitronatzitrone, und das hippophaes bei Dioskurides ist eine Wolfsmilch, kein Sanddorn.
- Das junge Verfahren. Der Stoff kann alt sein und die Form, die wir verkaufen, jung. Destillierte ätherische Öle beschreibt ein gedrucktes Buch erst um 1500, und jeder CO₂-Extrakt ist ein Verfahren des 20. Jahrhunderts.
Wo sich eine Quelle nur ungefähr datieren lässt, haben wir die übliche Fachdatierung genommen und im Zweifel das jüngere Ende. Lieber eine Zahl, die hält, als eine, die schön klingt.
Ehrliche Einordnung: Die alten Quellen sind fast alle Arznei- und Kräuterbücher. Dass Menschen einen Stoff seit Jahrhunderten auf die Haut geben, ist Kulturgeschichte — es sagt nichts darüber, was ein Produkt heute kann, und auch nicht, dass ein Stoff deshalb verträglicher wäre. Es ist kein Wirkversprechen. Deshalb nennen wir hier, wann, wo und von wem etwas beschrieben wurde, aber keines der alten Anwendungsgebiete.
Das Ergebnis auf einen Blick
- 11 Rohstoffe sind seit mehr als 2.000 Jahren am Körper belegt. Der älteste ist das Rizinusöl: Es steht im Papyrus Ebers, einem ägyptischen Arzneibuch aus der Zeit um 1550 v. Chr. — das sind rund 3.576 Jahre.
- 14 weitere liegen knapp darunter, zwischen 1.900 und 2.000 Jahren. Fast alle hängen an zwei Autoren des 1. Jahrhunderts: dem griechischen Arzt Dioskurides und dem römischen Gelehrten Plinius. Das 1. Jahrhundert ist wie eine Wand — davor wird die Überlieferung schnell dünn.
- 34 sind Jahrhunderte alt, aber jünger als 1.900 Jahre — vom Vetiver, das spätestens um 200 n. Chr. in einem indischen Arzneibuch steht, bis zum Distelöl, das 1813 in Südindien beschrieben ist.
- 30 sind jünger als 200 Jahre. Der jüngste ist das CBD: 1940 zum ersten Mal isoliert, auf der Haut zuerst 2019 beschrieben.
- 9 haben gar keinen vormodernen Beleg für eine Anwendung am Körper.
Für die Stoffe, die bei uns am häufigsten vorkommen — Jojobaöl, Sheabutter, Mandelöl, Ringelblume und Rizinusöl —, stimmt „seit Jahrhunderten“. Für den Sanddorn, der ähnlich oft vorkommt, nicht: Er ist erst seit 1954 auf der Haut belegt. Genau deshalb steht weiter unten bei jedem Rohstoff, seit wann er belegt ist.
Fünf Geschichten aus den Quellen
Das Salböl der Odyssee. Olivenöl hat den zweitältesten Beleg der ganzen Sammlung, und er ist wunderschön: Im 6. Gesang der Odyssee (um 700 v. Chr.) baden Nausikaa und ihre Mägde und salben sich mit Öl, und dem gestrandeten Odysseus reichen sie flüssiges Olivenöl in einer goldenen Flasche. Hier sind Stoff und Form gleich alt — das Salböl Homers ist gepresstes Fruchtöl, wie heute.
Ein Duftbeutel aus dem Jahr 652. Der chinesische Gelehrte Sun Simiao beschreibt in seiner Rezeptsammlung von 652 ein Pulver aus gebranntem Kalk, Harzen, Gewürznelke und Mandarinenschale, das man in einem Seidenbeutel am Körper trug. Für die Mandarine ist das der älteste Beleg, den wir gefunden haben: 1.374 Jahre. Unser kaltgepresstes Mandarinenöl ist dagegen jung — die Frucht kam erst 1805 nach Europa, das Öl ist als Handelsware seit 1908 beschrieben.
Sheabutter im Reisebericht. 1352/53 reist der marokkanische Gelehrte Ibn Battuta ins Reich Mali und beschreibt den Karité-Baum: Man kocht mit seinem Fett, füllt damit die Lampen, frittiert Gebäck darin — „und salbt sich damit“. Das sind 673 Jahre. Die Sheabutter ist damit viel jünger belegt, als die Geschichten über Kleopatra behaupten, aber dieser Beleg ist echt.
Weihrauch und Myrrhe — und unser eigener Fehler. Beide Harze stehen zu gleichen Teilen in einem Mittel aus dem Hippokratischen Korpus, einer Sammlung griechischer Ärzteschriften aus dem späten 5. und frühen 4. Jahrhundert v. Chr. Mit dem jüngeren Ende gerechnet sind das 2.376 Jahre. Zuerst hatten auch wir 2.450 Jahre notiert, mit Herodot als Quelle, der um 430 v. Chr. die ägyptische Einbalsamierung beschreibt. Beim Nachlesen fiel uns auf: Herodot spricht dort von Verstorbenen, und den Weihrauch nimmt er ausdrücklich aus. Wir haben die Zahl korrigiert. So sieht Quellenarbeit aus — auch bei uns selbst.
Rötel auf der Haut. Das rote Eisenoxid in unseren Schminken ist derselbe Stoff wie Rötel, eine der ältesten Farben der Menschheit. Herodot beschreibt im 5. Jahrhundert v. Chr. libysche Völker, die ihren Körper damit bestreichen — das sind 2.451 Jahre. Viel älter sind Bestattungen, bei denen Tote mit Rötel bedeckt wurden, die „Red Lady“ von Paviland in Wales etwa vor rund 34.000 Jahren. Das ist Totenbrauch, kein Schminken, und deshalb nicht Teil unserer Zahl. Unsere Pigmente sind übrigens gereinigt und synthetisch gefällt; das US-Recht etwa lässt für Kosmetik nur solches Eisenoxid zu, mit Höchstwerten für Schwermetalle.
Die großen Irrtümer
- „Kleopatra pflegte sich mit Sheabutter.“ Eine reine Zitierkette. Eine chemische Analyse von 24 Kosmetik-Rückständen aus dem bronzezeitlichen Unternubien fand Pflanzengummis, tierische Fette und Pflanzenöle — aber keine Sheabutter.
- „Myrrhe aus den Pharaonengräbern.“ 2023 wurden fünf Gefäße aus Saqqara untersucht, die genau mit dem Wort beschriftet sind, das man lange mit „Myrrhe“ übersetzt hat. Darin waren Zedern- und Wacholderöl mit Tierfett — keine Myrrhe.
- „Jojobaöl seit Jahrtausenden.“ Nicht nur unbelegt, sondern unmöglich: Der Jojobastrauch ist nur in der Sonora-Wüste heimisch und war der Alten Welt vor der Kolonialzeit unbekannt. Die erste gedruckte Beschreibung stammt von Clavijero, Venedig 1789.
- „Lavendel kommt von lavare, schon die Römer badeten darin.“ Das Wort lavandula ist mittellateinisch und erst im 10. Jahrhundert belegt. Die antiken Stellen zu Lavendelpflanzen beschreiben innerliche Anwendungen.
- „Rizinus seit 6.000 Jahren.“ Die frühen Samenfunde aus ägyptischen Gräbern zeigen Lampenöl, Grabbeigaben und Schmuck — in einem Gräberfeld lagen die Samen als Kette um den Hals eines Toten.
- „Die Aborigines nutzen Eukalyptusöl seit Jahrtausenden.“ Belegt sind Blätter und Rauch. Destilliertes Eukalyptusöl gibt es seit 1788, zuerst in Sydney.
- „Teebaumöl seit Tausenden von Jahren.“ Ein maßgeblicher Übersichtsartikel stützt diesen Satz auf drei Quellen — alle aus den Jahren 1988 bis 1991, als das Öl neu vermarktet wurde. Der erste Beleg ist von 1930.
- „Schon die Azteken nutzten Spirulina für die Haut.“ Belegt ist, dass sie die Alge gegessen haben.
- „Aloe steht schon im Papyrus Ebers.“ Dafür haben wir keine Papyrusstelle gefunden. Belegt sind frische, zerstoßene Aloeblätter bei Dioskurides und Plinius im 1. Jahrhundert n. Chr.
- „Seit 100.000 Jahren bemalen sich Menschen mit Ocker.“ Die Funde aus dieser Zeit sind Farbstücke und Ocker in der Nähe von Gräbern. Dass sich jemand damit bemalt hat, wird daraus geschlossen, nicht beobachtet.
Alter Stoff, junge Form
Bei vielen Rohstoffen tickt eine zweite Uhr: Der Stoff ist alt, die Form im Glas ist jung.
- Natron ist als Wort und als Stoffgruppe über 2.300 Jahre am Körper belegt. Das antike Natron bestand aber vor allem aus Soda; unser reines Natriumhydrogencarbonat wurde erst 1801 in Berlin dargestellt.
- Kakaobutter beschreibt Colmenero de Ledesma 1631: Die Kreolinnen in Amerika gewinnen Butter aus dem Kakao, für das Gesicht. Gepresst wird sie erst seit van Houtens hydraulischer Presse von 1828 — vorher schöpfte man das Fett ab.
- Hamamelis: Die Rinde ist seit 1785 belegt, das destillierte Hamameliswasser erst seit 1866.
- Arganöl: Die ältesten Quellen beschreiben es als Speiseöl und in der Heilkunde; Haut- oder Haarpflege kommt in fünf im Volltext geprüften Quellen bis 1920 nicht vor. Das kaltgepresste Kosmetiköl aus ungerösteten Kernen gibt es seit den 1990er-Jahren.
- Lecithin: Eier, deren Dotter von Natur aus reich daran ist, stehen schon bei Ovid in einer Gesichtsmaske. Aus Eigelb gewonnen wurde der Stoff 1845 und 1850 benannt — nach griechisch lékithos, Eidotter. Unser Lecithin stammt aus Soja und ist gehärtet, eine Form des 20. Jahrhunderts.
- Koffein hat Friedlieb Ferdinand Runge 1820 aus rohen Kaffeebohnen gewonnen; auf der Haut ist es seit spätestens 1976 belegt. Die alten Belege für eine äußerliche Anwendung gehören dem Tee, nicht dem Kaffee.
- Alle CO₂-Extrakte — bei uns etwa Calendula, Kamille, Sanddorn, Vanille, Johanniskraut, Weihrauch und Myrrhe — sind Verfahren des 20. Jahrhunderts.
Die Jungen — und warum wir sie trotzdem mögen
Granatapfelkernöl ist ein Rohstoff der 1990er-Jahre: Die Anwendung auf der Haut beschreibt zuerst ein Patent von 1996. Die Frucht ist uralt, ihr Kernöl nicht — für einen einzigen Liter braucht es Hunderte Kilo Früchte. Mangobutter kam 1975 als Ware auf, Wildrosenöl ist seit 1967 und Sanddorn seit 1954 auf der Haut belegt, Teebaumöl seit 1930.
Das ist kein Makel. Die Geschichte dieser Öle ist keine antike, sondern eine des 20. Jahrhunderts — und wir erzählen sie lieber ehrlich, als ihnen eine Vergangenheit anzudichten.
Alle 98 Rohstoffe — seit wann sie am Körper belegt sind
Die Zahl nennt die Jahre bis 2026. „≥“ heißt mindestens: Die Quelle setzt eine ältere Anwendung voraus, die wir noch nicht gefunden haben. Bei einigen sehr jungen Rohstoffen gibt es gar keine datierte Anwendung am Körper — dort nennt die Zahl, seit wann der Stoff überhaupt dokumentiert ist, und wir schreiben das dazu. Die vollständigen Angaben stehen im Quellenverzeichnis am Ende.
Mehr als 2.000 Jahre — 11
- Rizinusöl — 3.576 Jahre · Papyrus Ebers, Eb 251 (Drogenname dgm), Ägypten, um 1550 v. Chr.
- Olivenöl — 2.726 Jahre · Homer, Odyssee, 6. Gesang (6,96; 6,215–228), um 700 v. Chr.
- Eisenoxid-Pigmente (Rötel) — 2.451 Jahre · Herodot, Historien 4,191 (vollendet 430–425 v. Chr., gerechnet mit 425): die libyschen Maxyer bestreichen den Körper mit Rötel
- Sesamöl — 2.396 Jahre · Xenophon, Anabasis IV,4,12–13, verfasst in den 370er Jahren v. Chr.
- Natron — 2.376 Jahre · Hippokrates, De ulceribus §12 und §18, um 350 v. Chr.
- Weihrauch und Myrrhe — 2.376 Jahre · Hippokratisches Korpus, De ulceribus 12 und 23 (Littré VI, S. 412–414, 428), ~350 v. Chr. — beide Harze im selben Mittel
- Kardamom — 2.340 Jahre · Theophrast, De odoribus § 25 (Salbe „Kypros“), um 314 v. Chr.
- Mandelöl — 2.340 Jahre · Theophrast, De odoribus §15, um 314 v. Chr.
- Rose (Blüte und Blüten-Mazerat) — 2.340 Jahre · Theophrast, De odoribus (Über die Gerüche), §§ 53–55, um 314 v. Chr.
- Zimt — 2.340 Jahre · Theophrast, De odoribus § 29 (Salbe „Megaleion“), ca. 314 v. Chr.
1.900 bis 2.000 Jahre — 14
- Johanniskrautöl — 1.961 Jahre · Dioskurides, De materia medica III,154–156, um 65 n. Chr.
- Melisse — 1.961 Jahre · Dioskurides, De materia medica III,104 (μελισσόφυλλον; teils als Kap. 106 gezählt), um 65 n. Chr.
- Oregano — 1.961 Jahre · Dioskurides, De materia medica III,27 (origanos Herakleotike), um 65 n. Chr.
- Rosmarin — 1.961 Jahre · Dioskurides, De materia medica III,75, um 65 n. Chr.
- Salbei — 1.961 Jahre · Dioskurides, De materia medica III,33 (elelisphakon), um 65 n. Chr.
- Kamille — 1.960 Jahre · Dioskurides, De materia medica III, 1. Jh. n. Chr.
- Kreuzkümmel — 1.958 Jahre · Dioskurides, De materia medica 3,68 (Kuminon; Zählung n. Osbaldeston 2000), um 65–70 n. Chr.
- Schwarzkümmel — 1.958 Jahre · Dioskurides, De materia medica 3,93 (Melanthion; Zählung n. Osbaldeston 2000), um 65–70 n. Chr.
- Aloe vera (Blattgel) — 1.956 Jahre · Dioskurides, De materia medica III,22 (ed. Wellmann Bd. 2, S. 28), um 70 n. Chr.; parallel Plinius, Naturalis historia 27,14
- Karotte — 1.956 Jahre · Dioskurides, De materia medica III,52 (staphylinos), um 70 n. Chr.
- Calciumcarbonat — 1.949 Jahre · Plinius, Naturalis historia 32,65 (77 n. Chr.): rohe, gestoßene Austernschalen äußerlich
- Meersalz — 1.949 Jahre · Plinius, Naturalis historia 31,86 (mit 31,73 und 31,98–103), um 77 n. Chr.
- Wacholder — 1.949 Jahre · Plinius d. Ä., Naturalis historia, Buch 24, Kap. 36, 77 n. Chr.
- Zypresse — 1.949 Jahre · Plinius d. Ä., Naturalis historia, Buch 24, Kap. 10, 77 n. Chr.
200 bis 1.900 Jahre — 34
- Vetiver — 1.826 Jahre · Caraka-Saṃhitā, Sūtrasthāna 3.29 (Einreibung mit lāmajjaka = uśīra), spätestens um 200 n. Chr.
- Sandelholz — ≥ 1.726 Jahre · Kauṭilīya Arthaśāstra II,11, Indien, Endredaktion spätestens 300 n. Chr. (Datierung n. Olivelle 2013)
- Hanföl — 1.374 Jahre · Sun Simiao, Beiji Qianjin Yaofang, Kapitel zu Kopf und Gesicht, 652 n. Chr.
- Mandarine — 1.374 Jahre · Sun Simiao, Beiji Qianjin Yaofang 備急千金要方, Buch 24, Rezept 鍛石散, 652
- Aprikosenkernöl — 1.344 Jahre · Sun Simiao, Qianjin Yifang, Kap. 5 (Gesichtsmittel für Frauen), China, um 682 n. Chr.
- Kokosöl — 1.175 Jahre · Akhbār aṣ-Ṣīn wa'l-Hind („Nachrichten über China und Indien“), Buch 1, verfasst 851 n. Chr.
- Rosenwasser — 1.001 Jahre · Ibn Sīnā, Qānūn, Buch I §414, um 1025
- Ringelblume — 875 Jahre · Hildegard von Bingen, Physica I,122 („Ringula“), um 1150–1158
- Arganöl — 778 Jahre · Ibn al-Baytār (gest. 1248), Kitāb al-Jāmiʿ, Eintrag lawz al-barbar — als Arzneimittel, nicht an Haut oder Haar
- Neroli und Orangenblütenwasser — 673 Jahre · Boccaccio, Decameron VIII,10, Badehausszene in Palermo, 1348–53
- Sheabutter — 673 Jahre · Ibn Battuta, Rihla, Reise ins Mali-Reich 1352/53 (gharti-Baum = karité)
- Kümmel (Echter Kümmel) — 541 Jahre · Gart der Gesundheit, Kap. 115 „Carui wiesen kümel“, Mainz: Peter Schöffer 1485
- Lavendel — 526 Jahre · Hieronymus Brunschwig, Liber de arte distillandi, Bl. 72r „Von lauender wasser“, Straßburg 1500
- Zitrone — 497 Jahre · Opera nuova intitolata Dificio de ricette, Bl. 7v, Venedig: da Sabbio 1529
- Grüne Minze / Spearmint — ≥ 487 Jahre · Hieronymus Bock, New Kreütter Buch, Kap. V („spitz Müntz“), Straßburg 1539
- Thymian — ≥ 484 Jahre · Leonhart Fuchs, De historia stirpium, Kap. CCCXIX „De Thymo“, S. 826–827, Basel 1542
- Chili / Cayenne — 483 Jahre · Leonhart Fuchs, New Kreüterbuch, Cap. CCLXXXI „Von Indianischem Pfeffer“, Basel 1543
- Arnika (Blüten) — ≥ 468 Jahre · Pietro Andrea Mattioli, Commentarii, S. 476, Kap. CLI „Alisma“, Venedig: Valgrisi 1558
- Curcuma (Kurkuma) — 463 Jahre · Garcia da Orta, Colóquios dos simples e drogas da Índia, 18. Kolloquium, Goa 1563
- Nelke (Gewürznelke) — 463 Jahre · Garcia da Orta, Colóquios dos simples e drogas da Índia, 25. Kolloquium („Cravo“), Goa 1563
- Muskatellersalbei — 435 Jahre · Jacobus Theodorus Tabernaemontanus, Neuw Kreuterbuch, S. 765/766, Frankfurt 1591 (Teil 1: 1588)
- Rosenöl (ätherisches Öl) — 411 Jahre · Jahangir, Tuzuk-i-Jahangiri (Übers. Rogers, hrsg. Beveridge), Bd. I, S. 270–271, Winter 1614/15
- Kakaobutter — 395 Jahre · Antonio Colmenero de Ledesma, Curioso tratado… del chocolate, Madrid 1631 (engl. Erstübersetzung 1640)
- Ingwer — 393 Jahre · John Gerard/Thomas Johnson, The Herball, Kap. 253 (Alant, Enula campana), London 1633
- Muskat (Muskatnuss / Macis) — 393 Jahre · John Gerard/Thomas Johnson, The Herball, Lib. 5, Kap. 151, Virtue B, London 1633
- Borretsch — 373 Jahre · Nicholas Culpeper, The English Physitian / Complete Herbal, Artikel „Borage and Bugloss“, London 1653
- Vanille — 328 Jahre · George Wilson, A Compleat Course of Chymistry, Rezept „Sweet Honey Water“, London 1698
- Bergamotte — 327 Jahre · Simon Barbe, Le Parfumeur royal, S. 244 f. (Bartwachs mit „essence de cedra“), Paris 1699
- Ylang-Ylang — 300 Jahre · François Valentyn, Oud en Nieuw Oost-Indiën, Deel III, S. 113–114, Dordrecht/Amsterdam 1726
- Orangenöl — 262 Jahre · Déjean (Antoine Hornot), Traité des odeurs, Kap. XLIII, S. 410–411, Paris 1764
- Hamamelis — 241 Jahre · Manasseh Cutler, Memoirs of the American Academy of Arts and Sciences, Bd. 1, Eintrag „HAMAMELIS“, Boston 1785
- Jojobaöl — 237 Jahre · Francisco Javier Clavijero, Storia della California, Venedig 1789
- Echinacea / Sonnenhut — 221 Jahre · Meriwether Lewis, Description of a Plant (an Thomas Jefferson), Fort Mandan, 5. März 1805
- Distelöl (Safloröl) — 213 Jahre · Whitelaw Ainslie, Materia Medica of Hindoostan, Madras 1813, S. 110
Jünger als 200 Jahre — 30
- Wintergrün — 183 Jahre · Auguste Cahours isoliert 1843 den Hauptbestandteil Methylsalicylat (Comptes rendus) — ohne datierten Körperbeleg
- Rosengeranie — 182 Jahre · Destillationsversuche 1819 in Lyon, Plantagen bei Grasse 1844 (nach Demarne, in Lis-Balchin 2002) — ohne datierten Körperbeleg
- Patchouli — 169 Jahre · G. W. Septimus Piesse, The Art of Perfumery, Eintrag „Patchouly“, Philadelphia 1857 (Erstausgabe London 1855): Öl in Haarpomaden
- Eukalyptus — 164 Jahre · Joseph Bosisto, Transactions and Proceedings of the Royal Society of Victoria 6, S. 58 (vorgetragen 1862, gedruckt 1865)
- Lemongrass (Zitronengras) — 158 Jahre · E. J. Waring (Hg.), Pharmacopoeia of India, London 1868, S. 255 und Appendix-Note 68, S. 464 f.
- Menthol (natürlich, kristallin) — ≥ 147 Jahre · A. D. MacDonald, Leserbrief vom 5. August 1879, Edinburgh Medical Journal XXV (Sept. 1879), S. 286–287
- Limette — 118 Jahre · Ernest J. Parry, The Chemistry of Essential Oils and Artificial Perfumes, London 1908, S. 458 — ohne datierten Körperbeleg
- Grapefruit — höchstens 104 Jahre · das Schalenöl fehlt noch in E. J. Parrys Standardwerk, London 1922; die Frucht ist erst 1750 auf Barbados beschrieben — ohne datierten Körperbeleg
- Teebaumöl — 96 Jahre · E. M. Humphery, The Medical Journal of Australia 1 (1930), S. 417–418
- Lecithin (gehärtet, aus Soja) — ≥ 94 Jahre · Hans Schwarzkopf, DE 715 803, angemeldet 30.12.1932: lecithinhaltige Haarsalben „sind bekannt“
- Citronella — 78 Jahre · US-Registrierung 1948 zum Auftragen auf die Haut (EPA)
- Immortelle / Strohblume — 78 Jahre · Leonardo Santini, Considerazioni sugli effetti terapeutici dell’Elicriso, Castelnuovo Garfagnana 1948 (nach HerbalGram 105)
- Dexpanthenol — 75 Jahre · F. C. Combes & R. Zuckerman, Journal of Investigative Dermatology 16 (1951), S. 379–381
- Sanddorn — 72 Jahre · L. N. Judkina, Medizinisches Institut Nowosibirsk, 1954 (PMID 13169637; gelesen im Referat, Chemisches Zentralblatt 1955)
- Wildrosen-/Hagebuttenkernöl — 59 Jahre · Schabykin & Godoraschi, Fachaufsatz April 1967 (PMID 5629352); A. F. Gammerman, «Курс фармакогнозии», 6. Aufl., Leningrad 1967, S. 506
- Birkenzucker (Xylit) — 51 Jahre · Scheinin, Mäkinen, Ylitalo, Turku sugar studies XVIII, Acta Odontologica Scandinavica 33 (1975), Nr. 5, S. 269–278
- Mangobutter — 51 Jahre · als Ware: Unilever-Fraktionierungspatente 08.08.1975/09.08.1976, US 4.060.646; Kosmetik ab den 1990ern — ohne datierten Körperbeleg
- Koffein (natürlich, aus der Kaffeebohne) — ≥ 50 Jahre · US 4,288,433 (L’Oréal), Priorität LU 76148 vom 8.11.1976, Beispiel I
- Macadamianussöl — ≥ 45 Jahre · Japanische Patentanmeldung JPS608277B2, Priorität 27.04.1981 (Kopfzahl als Mindestwert)
- Spirulina (blau) — 43 Jahre · FR 2555444 A1, Anmeldung FR 83 18911 vom 28.11.1983 (Creme mit Spirulina-maxima-Extrakt)
- Kaffee — 36 Jahre · US-Patente 4.938.962 und 5.030.451 (Centre de Recherche Pierre Fabre), um 1990: Coffein-Zubereitungen zum Auftragen
- Granatapfelkernöl — 30 Jahre · Ephraim Philip Lansky, US-Patent 5.891.440, eingereicht 31.12.1996 (erteilt 06.04.1999)
- Nachtkerze — 27 Jahre · EMA/HMPC/753042/2017 (Assessment report, 2018): Creme mit Nachtkerzenöl in Deutschland seit 1999; Studie Gehring et al. 1999
- Marulaöl — 25 Jahre · Botelle 2001, namibische Praxis der Reinigung mit Marulaöl
- Brokkolisamenöl — 18 Jahre · Patch-Test am Menschen mit einer Haarspülung, Product Investigations Inc., 11.11.2008, zitiert im CIR-Bericht (Ref. 239)
- Himbeersamenöl — 17 Jahre · Produktspezifikation „RED GAMMA Raspberry Seed Oil“ der finnischen Aromtech Ltd., 2009 — ohne datierten Körperbeleg
- Amaranthöl — ≥ 16 Jahre · CIR-Bewertung 2010/2011, Tab. 5c: INCI-Listung Amaranthus Hypochondriacus Seed Oil, noch ohne gemeldete Verwendung — ohne datierten Körperbeleg
- Chiaöl — höchstens 15 Jahre · als Kosmetikrohstoff noch nicht in der CIR-Bewertung vom März 2011; Sahagún beschreibt 1577 ein Chia-Öl als Glanzmittel für Gefäße — ohne datierten Körperbeleg
- Baobaböl — 10 Jahre · Pilotstudie „Beauty in Baobab“, Revista Brasileira de Farmacognosia, 2016 (Samenöl auf der Haut)
- CBD (Cannabidiol) — 7 Jahre · Palmieri, Laurino, Vadalà, Clinica Terapeutica 170(2), 2019: CBD-Salbe auf der Haut
Ohne vormodernen Beleg am Körper — 9
- Carnaubawachs — kein vormoderner Beleg · frühestens belegt: Wachs 1809/1810 beschrieben, Manuel Arruda da Câmara, Centúria de Plantas Novas de Pernambuco
- Hibiskus — kein vormoderner Beleg · frühestens belegt: botanische Beschreibung bei Carl von Linné, Species Plantarum, 1753
- Moringaöl — kein vormoderner Beleg · frühestens belegt: das Samenöl von Moringa oleifera als Kosmetikrohstoff im späten 20. Jahrhundert; das antike Balanos-Öl stammte allenfalls von M. peregrina
- Pfefferminze — kein vormoderner Beleg · frühestens belegt: die Pflanze selbst, 1696 bei John Ray (Synopsis Methodica Stirpium Britannicarum) — eine Kreuzung aus Wasserminze und Grüner Minze
- Sternanis — kein vormoderner Beleg · frühestens belegt: in Europa 1588/89 durch Thomas Cavendish, botanisch bei Clusius, Leiden 1601
- Traubenkernöl — kein vormoderner Beleg · frühestens belegt: das Öl chemisch 1860 (Oudemans, nach Lewkowitsch 1909), dort ohne Anwendung am Körper
- Ysop — kein vormoderner Beleg · frühestens artsicher belegt: im Capitulare de villis, 771–800, nur als Gartenpflanze
- Zirbelkiefer / Arve — kein vormoderner Beleg · frühestens belegt: Bartholomew Parr, The London Medical Dictionary, London 1809, s.v. „Balsamum“ — Zirbenharz als Ware
- Zitronenmyrte — kein vormoderner Beleg · frühestens belegt: botanische Beschreibung durch Ferdinand von Mueller 1853, ätherisches Öl 1888 durch Bertram
Was wir daraus machen
Wir sagen bei jedem Rohstoff, seit wann er belegt ist — und nicht mehr. Wo ein Rohstoff jung ist, sagen wir das auch. Und wenn wir uns irren, korrigieren wir es, so wie beim Weihrauch.
Kennst Du eine ältere Quelle, die wir übersehen haben? Schreib uns. Wir lesen sie nach, und wenn sie hält, ändern wir die Zahl.
Quellen
Je Rohstoff zuerst die Quelle, die die Zahl trägt, danach, falls nötig, die Quelle für das Alter der heutigen Form. „Zweite Hand“ heißt: nach einer Sekundärquelle zitiert, das Original lag uns nicht vor.
Aloe vera (Blattgel): Pedanius Dioscurides, De materia medica, ed. M. Wellmann, Bd. 2, Berlin 1906, III,22, S. 28 (Digitalisat: archive.org/details/pedaniidioscuri01pedagoog)
Plinius d. Ä., Naturalis historia 27,14 (ed. Mayhoff)
US 3,892,853 (stabilisiertes Aloe-Gel, Priorität 1967) und US 3,878,197 (Filetierverfahren, 1972) — Patentangaben aus zweiter Hand
Amaranthöl: CIR-Bewertung 2010/2011, Tabelle 5c („Ingredients with no reported use concentrations or uses“)
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Chiaöl: CIR-Sicherheitsbewertung von 244 pflanzlichen Fettsäureölen (Panel-Sitzung März 2011, Datenstand 2010)
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Granatapfelkernöl: US-Patent 5.891.440 (Ephraim Philip Lansky, eingereicht 31.12.1996, erteilt 06.04.1999)
Plinius XIII,9 (Salböl mit mali granati cortice)
Flückiger & Hanbury, Pharmacographia 1879, S. 289
Lewkowitsch 1909, alle drei Bände
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Grüne Minze / Spearmint: Hieronymus Bock, New Kreütter Buch, Straßburg 1539, Kap. V (BSB-Digitalisat)
Brunschwig 1500
Fuchs 1542, Kap. CX (Holzschnitt „Vnser frawen müntz“)
John Gerard, The Herball, London 1597, Buch II, Kap. 215, S. 553, Tugend D
Hamamelis: Manasseh Cutler, Memoirs of the American Academy of Arts and Sciences, Bd. 1, Boston 1785, Eintrag „HAMAMELIS“
USP IX, 1916 („Aqua Hamamelidis“)
Lloyd & Lloyd 1935
Hanföl: Sun Simiao (孫思邈), Beiji Qianjin Yaofang (652 n. Chr.), Kapitel „Kopf- und Gesichts-Wind“
Waitai Miyao (752 n. Chr.), Kosmetik-Kapitel
Hibiskus: Carl von Linné, Species Plantarum, 1753
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Immortelle / Strohblume: Leonardo Santini, „Considerazioni sugli effetti terapeutici dell’Elicriso“, Tipografia Salvietti, Castelnuovo Garfagnana 1948; ferner Atti Soc. Lomb. Sci. Med. Biol. 5 (1949) 18 und Riv. di Terapia Pratica Nr. 169 (Jan./Feb. 1949)
Steffen Arctander, „Perfume and Flavor Materials of Natural Origin“ (1960), S. 279
Appendino, Taglialatela-Scafati, Minassi, Pollastro, Ballero, Maxia, Sanna, „Helichrysum italicum: The Sleeping Giant of Mediterranean Herbal Medicine“, HerbalGram 105, 2015, S. 40 und 42–43
Ingwer: John Gerard/Thomas Johnson, The Herball, London 1633, Kap. 253 (Alant, Enula campana), Virtue
Dioskurides, De materia medica 2,190 (Zingiberi)
Francis Adams, Kommentar zu Paulus von Aegina, Buch VII, Bd. 3, London 1847, S. 121
Johanniskrautöl: Dioskurides III,154–156
Manlius de Bosco, Luminare maius, Kapitel „Oleum de hyperico magistrale mirabile“ (Ausgabe 1520)
Valerius Cordus, Dispensatorium 1553
Londoner Pharmakopöe 1618
Jojobaöl: Francisco Javier Clavijero, Storia della California, Venedig 1789
Gentry 1958 (botanische Standardarbeit)
Kaffee: Centre de Recherche Pierre Fabre, US-Patente 4.938.962 und 5.030.451 (Nummernbereich um 1990; Erteilungsdaten nicht am Register verifiziert)
ʿAbd al-Qādir al-Jazīrī, ʿUmdat al-ṣafwa fī ḥill al-qahwa (16. Jh.)
Ibn Sīnā, Qānūn (um 1025), Eintrag „bunchum“
Kakaobutter: Antonio Colmenero de Ledesma, Curioso tratado… del chocolate, Madrid 1631; englische Erstübersetzung 1640
Kamille: Dioskurides III (1. Jh. n. Chr.)
Saladin von Ascoli (1488)
Brunschwig (1500)
Illustrierte Kräuterbücher von Fuchs/Bock/Brunfels 1542/43
Kardamom: Theophrast, De odoribus § 25, ca. 314 v. Chr. (Übers. Hort, Loeb); dazu § 32, § 42/§ 53
Brunschwig 1500
Dioskurides, De materia medica 1,5 (Kardamomon; Zählung n. Osbaldeston 2000) und 1,74 (Zimtsalbe)
Karotte: Pedanios Dioskurides, De materia medica, Buch III, Kapitel 52 (σταφυλῖνος / staphylinos), verfasst etwa 65–78 n. Chr.; Übersetzung Lily Y. Beck (Wortlaut nur über Sekundärzitate)
Hieronymus Brunschwig, Straßburg 1500
Banga und Simon (Stammsorten „Horn“ und „Long Orange“); genomisch bestätigt in Nature Plants 2023
Galen, De simplicium medicamentorum temperamentis ac facultatibus
Koffein (natürlich, aus der Kaffeebohne): US-Patent 4,288,433 (Koulbanis, Bouillon, Darmenton; L’Oréal), Priorität LU 76148, 08.11.1976
F. F. Runge, Neueste phytochemische Entdeckungen zur Begründung einer wissenschaftlichen Phytochemie, Berlin 1820, S. 147 (Digitalisat UB Freiburg)
US-Patent 897,840 (Meyer, Roselius, Wimmer; Kaffee-Handels-AG), angemeldet 1906
Lu Yu, Chajing, Kap. 7 (um 760–780)
Kokosöl: Akhbār aṣ-Ṣīn wa'l-Hind („Nachrichten über China und Indien“), Buch 1, verfasst 851 n. Chr.; Übersetzungen: Reinaud 1845 und Renaudot, London 1733
Pigafetta, 1521
Garcia da Orta, Goa 1563
Suśrutasaṃhitā, Sūtrasthāna XLV
Kreuzkümmel: Dioskurides, De materia medica 3,68 (Kuminon; Zählung n. Osbaldeston 2000), um 65–70 n. Chr.
Brunschwig 1500
Kümmel (Echter Kümmel): Gart der Gesundheit, Mainz: Peter Schöffer 1485, Kap. 115 „Carui wiesen kümel“ (BSB-Digitalisat)
Brunschwig 1500
Bock 1539, Bl. 145v
Lavendel: Hieronymus Brunschwig, Liber de arte distillandi (Kleines Destillierbuch), Straßburg 1500, Bl. 72r „Von lauender wasser“, Digitalisat der BSB
Dispensatorium von 1589 („Oleum Lavandulae“ neben „Oleum Spicae“)
Lecithin (gehärtet, aus Soja): DE 715 803 (H. Schwarzkopf), Lecithinhaltiges Haar- und Hautpflegemittel, angemeldet 30.12.1932
T. Gobley, Comptes rendus hebdomadaires de l’Académie des sciences 21 (1845), S. 766–768; Journal de pharmacie et de chimie, 3e sér., 17 (1850), S. 411
US 4,622,074 (Miyoshi & Imai), angemeldet 02.05.1985
Ovid, Medicamina faciei femineae V. 51–68
Lemongrass (Zitronengras): E. J. Waring (Hg.), Pharmacopoeia of India, London 1868, S. 255 und Appendix-Note 68, S. 464 f.
Limette: Ernest J. Parry, «The Chemistry of Essential Oils and Artificial Perfumes», London 1908, S. 458 (dazu S. 67 und S. 50); Internet Archive chemistryessent01parrgoog
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G. W. Askinson, «Perfumes and their Preparation», New York 1890; Internet Archive perfumestheirpre00aski
Charlène Bouchaud, Jacob Morales, Valérie Schram & Marijke van der Veen, «The earliest evidence for citrus in Egypt», AGRUMED 2017 (pcjb/2179)
Macadamianussöl: Japanische Patentanmeldung JPS608277B2, Priorität 27.04.1981 (Lückenschluss 26.09.2026: Anmeldungen 1980/81 geprüft)
Patent JPS58177908A „Cosmetic“, Anmelderin Nippon Oil & Fats Co. Ltd. (NOF Corp), Priorität 09.04.1982, Veröffentlichung 18.10.1983
Ferdinand von Mueller, „Account of some new Australian plants“, Transactions of the Philosophical Institute of Victoria 2 (1857), S. 62–77
Mandarine: Sun Simiao, Beiji Qianjin Yaofang 備急千金要方, 652, Buch 24, Abschnitt 胡臭漏腋, Rezept 鍛石散
Sun Simiao, Qianjin Yifang, 682, Buch 5, Abschnitt 令身香
Waitai Miyao, 752, Buch 23 (ausdrücklich „aus dem Qianjin“ zitiert)
E. J. Parry, The Chemistry of Essential Oils and Artificial Perfumes, London 1908, S. 447–448
Mandelöl: Theophrast, De odoribus §15 (~315 v. Chr.)
Dioskurides I,33
Mangobutter: Unilever-Fraktionierungspatente vom 08.08.1975 / 09.08.1976 (US 4.060.646, erteilt 29.11.1977)
Watt 1891, Bd. V, S. 152, Rubrik „Oil“
Lewkowitsch 1909, Bd. II, S. 534
Dalziel, Useful Plants of West Tropical Africa 1937, S. 340
Marulaöl: Botelle (2001)
Meersalz: Plinius, Nat. hist. 31,86 (mit 31,73 und 31,98–103)
Ezechiel 16,4 (~590–570 v. Chr.), hebräischer Text über die Sefaria-API verifiziert
Melisse: Dioskurides, De materia medica III,104 (μελισσόφυλλον; in manchen Ausgaben als Kap. 106 gezählt), um 65 n. Chr.
Menthol (natürlich, kristallin): A. D. MacDonald, Leserbrief (datiert 5. August 1879), Edinburgh Medical Journal XXV (Sept. 1879), S. 286–287
F. L. Alphons Oppenheim, Annalen der Chemie und Pharmacie, Bd. 119, 1861
Kamatou, Vermaak, Viljoen & Lawrence, „Menthol: a simple monoterpene with remarkable biological properties“, Phytochemistry 96 (2013), S. 15–25
Moringaöl: Theophrast, Περὶ ὀσμῶν / De odoribus §15, um 314 v. Chr., Übersetzung Arthur Hort, Loeb 1916
Plinius d. Ä., Naturalis historia XII, Kap. 46 „Myrobalanum“ (Bostock/Riley-Zählung); ferner NH XXIII, Kap. 52
Muskat (Muskatnuss / Macis): John Gerard/Thomas Johnson, The Herball, London 1633, Lib. 5, Kap. 151 „Of the Nutmeg tree“, Virtue B
Nicholas Culpeper, Pharmacopoeia Londinensis / The London Dispensatory, Abschnitt „Simple Oils by Expression“, Ausgabe 1653
Muskatellersalbei: Jacobus Theodorus Tabernaemontanus, Neuw Kreuterbuch, Frankfurt, Teil 1588 / Teil 2 1591, S. 765/766
Sibylle Hayoz, «Der Muskatellersalbei — mehr als ein berauschender Duft», Diplomarbeit SMGP
Hieronymus Bock, New Kreütter Buch, Straßburg 1539
Heinz A. Hoppe, 1951
Nachtkerze: EMA/HMPC, Assessment report on Oenothera biennis L. or Oenothera lamarckiana L., oleum, EMA/HMPC/753042/2017 (angenommen 5. Juni 2018), S. 22 (Studie Gehring, Bopp, Rippke, Gloor 1999) und Marktübersicht
Heiduschka und Lüft 1919, nach EMA/HMPC/753042/2017, Abschn. 2.2
Natron: Hippokrates, De ulceribus §12 und §18
Plinius NH 31,115
Herodot II,86–87
Nelke (Gewürznelke): Garcia da Orta, Colóquios dos simples e drogas da Índia, Goa 1563, 25. Kolloquium („Cravo“/Nelken); englische Ausgabe Markham 1913, S. 219
John Gerard/Thomas Johnson, The Herball, London 1633, Lib. 5, Kap. 150 „Of the Cloue tree“, Virtue E
Brunschwig 1500
Neroli und Orangenblütenwasser: Boccaccio, Decameron VIII,10 (1348–53), Badehausszene in Palermo
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Olivenöl: Homer, Odyssee, 6. Gesang (6,96; 6,215 f.; 6,219 f.; 6,227 f.), um 700 v. Chr.; griechischer Text nach Perseus Digital Library (Murray/Loeb-Grundtext)
Namdar, Neumann, Milevski, Marder, Weiner, «Olive oil storage during the fifth and sixth millennia BC at Ein Zippori, Northern Israel», Israel Journal of Plant Sciences 62 (2015) 65–74
Orangenöl: Déjean (Antoine Hornot), Traité des odeurs, Paris 1764, Kap. XLIII „Des Pommades pour les Cheveux“, Rezept „Pommade Italienne à l’orange de Portugal“, S. 410–411 (am Bild der BIU Santé gelesen)
Simon Barbe, 1698
Piesse 1857
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Oregano: Dioskurides, De materia medica III,27 (ὀρίγανος Ἡρακλεωτική), um 65 n. Chr.
Brunschwig 1500
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Blanco, Flora de Filipinas, Manila 1837 (Basionym Mentha cablin Blanco; Umkombination durch George Bentham 1848)
Pfefferminze: John Ray, Synopsis Methodica Stirpium Britannicarum, 2. Auflage, 1696 („Mentha spicis brevioribus et habitioribus, foliis Mentha fusca, sapore fervido piperis“)
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Hieronymus David Gaubius, 1771 (Isolierung des Menthols)
Ringelblume: Hildegard von Bingen, Physica I,122 (~1150–1158), „Ringula“
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Forschergruppe Klostermedizin, Univ. Würzburg
Rizinusöl: Papyrus Ebers (~1550 v. Chr.), Eb 251, Drogenname dgm
Herodot II,94 (~430 v. Chr.)
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Referat: Chemisches Zentralblatt 126 (1955), S. 4144
Sandelholz: Kauṭilīya Arthaśāstra, Buch 2, Kap. 11 (Adhyakṣapracāra); Übersetzung R. Shamasastry, Bangalore: Government Press, 1915, S. 51–185; Datierung nach Olivelle 2013
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Schwarzkümmel: Dioskurides, De materia medica 3,93 (Melanthion; Zählung n. Osbaldeston 2000), um 65–70 n. Chr.
Sesamöl: Xenophon, Anabasis IV,4,12–13 (verfasst in den 370er Jahren v. Chr.)
Theophrast, De odoribus §§14–15, 21–22, 55
Plinius 15,7
Sushruta-Samhita (Chakra Taila)
Sheabutter: Ibn Battuta, Rihla, Reise ins Mali-Reich 1352/53
Levtzion & Hopkins, Corpus of Early Arabic Sources for West African History (2000: 287)
Spirulina (blau): FR 2555444 A1, Anmeldung FR 83 18911 vom 28.11.1983 (Abstract, Europe PMC)
F. T. Kützing, Phycologia generalis, Leipzig 1843, S. 20, § 23 (Digitalisat: archive.org/details/phycologiagenera00kt)
Sternanis: Carolus Clusius, Exoticorum libri decem, Leiden 1601
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Carson/Hammer/Riley 2006 (Clin. Microbiol. Rev.)
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Caspar Neumann, Berlin 1719 (Destillation, Kristalle aus Thymianöl)
Dioskurides, De materia medica III,36 (θύμος), um 65 n. Chr.
Traubenkernöl: Julius Lewkowitsch, Chemical Technology and Analysis of Oils, Fats and Waxes, 4. Aufl., Bd. II, Macmillan, London 1909, Kap. XIV, S. 316–319, „GRAPE SEED OIL“ (Volltext archive.org, chemicaltechnolo02lewk)
Oudemans, Journal für praktische Chemie 81 (1860) 356 und 99 (1866) 409 (bei Lewkowitsch belegt)
Vanille: George Wilson, A Compleat Course of Chymistry, London, Rezept „Sweet Honey Water“ (verifiziert in den Ausgaben 1698–1721)
Ambrose Cooper, The Complete Distiller, London 1757
Piesse, The Art of Perfumery, London 1855
Vetiver: Caraka-Saṃhitā, Sūtrasthāna 3.29 (Aragvadhīya-Katalog äußerer Mittel), am Sanskrit gelesen; Kommentar des Cakrapāṇidatta (11. Jh.; Ausgabe Yadavji Trikamji, Bombay 1941); Datierung nach Meulenbeld (nur zweite Hand)
Piesse, The Art of Perfumery, 1857, Eintrag „VITIVERT (Andropogon muricatum)“
Wacholder: Plinius d. Ä., Naturalis historia, Buch 24, Kap. 36 („THE JUNIPER: TWENTY-ONE REMEDIES“), 77 n. Chr.; Übersetzungen Bostock/Riley (Project Gutenberg) und Rackham/Jones/Eichholz, Loeb (Wikisource, Buch 24, Abschnitt XXXVI)
Hieronymus Brunschwig, Kleines Destillierbuch (Liber de arte distillandi de simplicibus), Straßburg, Johann Grüninger, 8. Mai 1500 (Original nicht eingesehen)
Ernest Guenther, The Essential Oils, Vol. 1 (1948), Kapitel History
Tillmann Taape, Ambix 61/3, 2014, S. 236–256
Weihrauch und Myrrhe: Hippokrates, De ulceribus (Περὶ ἑλκῶν) 12 und 23, in: É. Littré (Hg.), Œuvres complètes d’Hippocrate, Bd. VI, Paris 1849, S. 412–415 und 428–429 (Digitalisat: archive.org/details/oeuvrescomplte06hippuoft)
Theophrast, De odoribus §29 und §42, in: A. F. Hort (Übers.), Theophrastus, Enquiry into Plants and Minor Works on Odours and Weather Signs, Bd. II (Loeb), London 1916
Herodot, Historien II,86 (Einbalsamierung, „πλὴν λιβανωτοῦ“) — nur als Gegenbeleg
A. Rageot u. a., Nature 614 (2023), S. 287–293
Wildrosen-/Hagebuttenkernöl: G. P. Schabykin & A. I. Godoraschi, Westnik dermatologii i wenerologii 41(4), April 1967, S. 71–73 (PMID 5629352)
A. F. Gammerman, «Курс фармакогнозии», 6. Aufl., Leningrad 1967, S. 506 (am Digitalisat gelesen)
Lewkowitsch, Chemical Technology and Analysis of Oils, Fats and Waxes, 4. Aufl., Bd. II, 1909, S. 790, Eintrag „HAWTHORN SEED OIL, HIP OIL“, nach Kochs, Dahlem 1906/07 (datiert die Analytik, nicht den Körper)
Wintergrün: Auguste André Thomas Cahours, Comptes rendus, 1843 (Isolierung von Methylsalicylat aus Gaultheria procumbens)
E. S. Bates, „Oleum Gaultheria — Oil of Wintergreen“, Journal of Comparative Medicine and Surgery, 1883
Ylang-Ylang: François Valentyn, Oud en Nieuw Oost-Indiën, Deel III, Dordrecht/Amsterdam 1726, S. 113–114 (Bobori erklärt in Deel II)
F. A. Flückiger, „Notes on Cananga oil or Ilang-Ilang oil“, zuerst Archiv der Pharmazie, englisch nachgedruckt im Scientific American Supplement
Rumphius, Herbarium Amboinense, verfasst vor 1702, gedruckt Amsterdam 1741–1750
Ysop: Capitulare de villis (771–800)
Brunschwig 1500
Dioskurides III,25 ὕσσωπος, um 65 n. Chr.; Identifikationen nach Pl@ntUse (Beck, Fraas) und Berendes (Lenz, mit Vorbehalt)
1 Kön 4,33
Zimt: Theophrast, De odoribus (Über die Gerüche), § 29 (dazu §§ 28, 42, 53), ca. 314 v. Chr.; Übers. Hort, Loeb; Volltext penelope.uchicago.edu
Hieronymus Brunschwig, Liber de arte distillandi, Straßburg 1500
Dioskurides, De materia medica 1,13 und 1,74 (Zählung n. Osbaldeston 2000)
Zirbelkiefer / Arve: Bartholomew Parr, The London Medical Dictionary, London 1809, s.v. „Balsamum“
Zitrone: Opera nuova intitolata Dificio de ricette, Venedig: da Sabbio 1529, Bl. 7v (Digitalisat ÖNB)
G. W. S. Piesse, The Art of Perfumery, London 1855 (gelesene Ausgabe Philadelphia 1857, Project Gutenberg 16378)
Zitronenmyrte: Ferdinand von Mueller, botanische Erstbeschreibung von Backhousia citriodora, 1853
Bertram, 1888 (erste Isolierung des ätherischen Öls)
Zypresse: Plinius d. Ä., Naturalis historia, Buch 24, Kapitel 10 („THE CYPRESS: TWENTY-THREE REMEDIES“), publiziert 77 n. Chr.; Übersetzung Bostock/Riley (Project Gutenberg), gegengelesen in der Loeb-Übersetzung Rackham/Jones/Eichholz (Wikisource, Buch 24, Abschnitt X)
Brunschwig, Straßburg 1500 (erste gedruckte Beschreibung der Destillation ätherischer Öle; Gruppen-Anker 526 Jahre)
Stand: 27. September 2026. Jede Zahl ist ein zweites Mal gegengeprüft; wo uns das Original fehlte, steht im Quellenverzeichnis „zweite Hand“. Historische Anwendungen sind Kulturgeschichte: Sie belegen, dass Menschen einen Stoff am Körper verwendet haben — nicht, dass er eine bestimmte Wirkung hat.